Diese stark ornamentierte Gesangsform kommt aus dem gälischsprachigen Irland und Schottland. Wie alt die Lieder sind, bzw. wo der Ursprung liegt, lässt sich kaum mehr sagen, doch das, was heute noch gesungen wird, kommt vermutlich aus dem Zeitraum 1600 bis 1850. Der Ausdruck «sean-nós» wurde 1904 als «traditional singing» übersetzt (deutsch-irisches Wörterbuch von Buske: «Brauchtum», «Tradition»). Man meint somit «die alte Singart» oder «der alte Weg».
Verständlicherweise gibt es viele regionale Unterschiede, sowohl im Stil als auch in der individuellen Interpretation, denn bei Sean-nós wird grundsätzlich unbegleitet vorgetragen, hauptsächlich in der irischen Sprache (irisch-gälisch). Tempo und Rhythmus sind nicht festgelegt, selbst die Melodie kann sich von Strophe zu Strophe unterscheiden. Typisch ist eine eher harte (weniger süsse), oft nasale Singweise. Als Ornamente (Verziehrungen) werden gerne auf einzelnen Silben mehrere Noten gesungen (kein Vibro). Zum Vortragen braucht es einen eher ruhigen Rahmen.
Sean-nós-Hörproben, interpretiert von Treasa Ní Mhiolláin (IRL)
Tráthona beag aréir · Irisch (gälisch)
She moved through the fair · Englisch
Máire Mhór · Irisch (gälisch)
Peigín Leitir Móir · Irisch (gälisch)
Sean-nós-Unterricht
Elizabeth Zollinger organisiert seit 1994 Workshops mit der bekannten Sean-nós-Sängerin Treasa Ni Mhiolláin aus Irland (Inis Mór, Aran Islands). Workshops und Folgekurse finden jeweils in Zürich statt. Bei Interesse wendet Euch bitte direkt an sie.